Rezepturtipp der Woche 43/2026
Realisierbarkeit von Thiamazol-Zäpfchen

Die zugelassene Thiamazol-Injektionslösung befindet sich aktuell im Abverkauf und ist zukünftig nicht mehr verfügbar. Laut der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie gibt es alternative Applikationswege: Die orale Gabe von Tabletten, die Anwendung einer Tabletten-Suspension über eine enterale Sonde oder die rektale Anwendung von in der Apotheke hergestellten Thiamazol-Zäpfchen. Die Herstellung dieser Zäpfchen wurde im DAC/NRF-Labor auf Praktikabilität geprüft.
Thiamazol ist als Rezeptursubstanz verfügbar, siehe Online-Bezugsquellennachweis. In der Tabelle der DAC-Anlage F ist noch kein Verdrängungsfaktor für Thiamazol enthalten. Im DAC/NRF-Labor wurde er in Hartfett mit der Hydroxylzahl 20–30 ermittelt. Das Vorgehen hierfür ist im Abschnitt „Experimentelle Ermittlung des Verdrängungsfaktors“ der DAC-Anlage F beschrieben.
Bedarf kann für Thiamazol-Zäpfchen der Stärken 20 mg und 40 mg bestehen. Mit dem experimentell bestimmten Verdrängungsfaktor f = 0,74 wird die Ansatzmenge für die Zäpfchenherstellung berechnet. Der Ansatz wird bei etwa 40 °C so lange verrührt, bis Thiamazol ohne Klümpchen suspendiert vorliegt. Unter gelegentlichem Rühren wird die Masse in Einmalgießformen abgefüllt. Als plausible Aufbrauchsfrist werden 4 Wochen aufgrund fehlender Stabilitätsuntersuchungen angenommen, entsprechend Fall 5 in den Allgemeinen Hinweisen I.4.2.1.
Ausführlichere Informationen können dem aktualisierten DAC/NRF-Rezepturhinweis „Thiamazol“ und den neuen Einträgen im Rezepturenfinder entnommen werden.
Rezepturenfinder: Thiamazol-Zäpfchen 20 mg, Gießfolie „Torpedo-Form 1 g
Rezepturenfinder: Thiamazol-Zäpfchen 40 mg, Gießfolie „Torpedo-Form 1 g
Zäpfchen und Vaginalzäpfchen: Ansatzberechnung/Inprozessprüfung
Information
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